Gestern lief in den Tagesthemen ein Bericht über InnoGames, unsere Suche nach neuen, tatkräftigen Mitarbeitern, die Gamecity Hamburg und die Karrierechancen in der Online-Games Industrie. Für uns war das ganze natürlich unheimlich aufregend, schließlich hat man nicht jeden Tag ein professionelles Kamerateam im Haus. Umso mehr hat uns das Interesse der ARD an uns und der wirklich boomenden Branche gefreut.
Spannend war es für uns natürlich auch, zu beobachten, welche Arbeit in einem letztlich 2.30 Minuten langen Beitrag steckt. Das Team war insgesamt zweieinhalb Stunden zum Dreh hier, hinzu kamen noch ein paar Informationsgespräche via Telefon. Dass die Tagesthemen über das Thema Karriere in der Gamebranche berichtet haben, freut uns besonders unter einem Aspekt: Zweifel über mangelnde Seriosität in diesem Business können mit solch renommierten Multiplikatoren natürlich am besten ausgeräumt werden.
Einen ganz großen Respekt hat aus unserer Sicht auch Matthias verdient: Als Auszubildender so souverän für die Tagesthemen Rede und Antwort zu stehen, ist aller Ehren wert – Chapeau!
Eine dämliche Muskete. Eine unfassbar blöde, gleichzeitig aber leider sehr präzise Muskete hat meinen Plan zerstört. Alex hat sie am Ende einer langen Questreihe gefunden und macht mir mit ihr den Garaus. Er gewinnt Duell um Duell und zieht mit Siebenmeilenstiefeln in der Rangliste davon. Ich gebe mich nach außen hin cool. „Lucker, mit so einer Waffe, kann man ja auch mit einem verskillten Charakter gewinnen“, bescheinige ich ihm gleichgültig. In mir brodelt es und ich mache mich daran, die beste Taktik für die public beta auszutüfteln. Seid ihr mit mir? Gemeinsam braten wir dem Musketen-Lucker eines über!
Ich habe mir das klare Ziel gesetzt, bis zum Feierabend Alex von Platz 1 der Rangliste zu verdrängen. Und das Ziel ist zum Greifen nahe: Beim Händler habe ich einen Deluxe-Gürtel gekauft, der meine Duell Energie um sagenhaft 74 Punkte erhöht. In Verbindung mit meiner Meisterwaffe, der präzisen Flinte, rushe ich geradezu von Level zu Level. Alex‘ Vorsprung schmilzt dahin wie Argentiniens Abwehr in der südafrikanischen Mittagssonne. Um 14.30 Uhr ist es soweit: Mit einem Blattschuss gewinne ich das entscheidende Duell gegen Alex. „Ohh, das war knapp Alex, hast du dich da vielleicht etwas verskillt?“, ist meine anteilnahmsvolle Frage nachdem ich an ihm vorbeigezogen bin. Ich bemühe mich zumindest für 2 Sekunden, dabei möglichst mitleidend auszusehen, danach breche ich in schallendes Gelächter aus. Ich überlege ernsthaft, ein DINA3-Poster meines Winner-Gürtels hinter meinem Platz aufzuhängen.
Alex und ich haben ein neues Land entdeckt! Während unsere Noob-Kollegen sich mittags in die Pause verabschiedet haben, skillten wir beide uns konzentriert weiter nach vorne und brachten am Ende sogar Verbrecher in langwierigen Verhören zum Geständnis („Call me Horacio, Alex!“). Die Belohnung sind ganz neue Aufgaben in einem anderen Land. Wir starten als Bleichgesichter in einem Indianerdorf und müssen von Friedensverhandlungen über den Tipi-Zeltbau bis zum Adler Zähmen verschiedene Quests bewältigen. Anschließend geht es zur Jagd. Wölfe, Büffel, Rehe, Hühner und einige Tiere mehr müssen erlegt werden – mit meiner brandneuen präzisen Flinte natürlich kein Problem. Einzig Katja ziert sich ein wenig. „Ich will Bambi nicht erschießen“, gibt sie sich moralisch. Alex und ich zucken mit den Schultern: Moral oder XP, beides gleichzeitig geht eben nicht.
Verstohlen schaue ich auf Katjas Monitor und nur zwei Minuten später bringt sie das süße Rehkitz zur Strecke – ich freue mich wie ein Schneekönig, Katja ist böse: „Das hättest du jetzt nicht sehen sollen!“
Brutal, hinterhältig, fiese und gemein. Anders kann ich die Abscheu vor dem Verhalten meiner Kollegen gar nicht ausdrücken. Ich hatte mein sorgsam zusammengestelltes Quest-Item-Set angelegt fröhnte meiner friedlichen Arbeit als Taschendieb in der Stadt, als ich auf einmal hinterrücks von Bennett attackiert werde. Natürlich ballert er mich über den Haufen – und jetzt grinst er mit demselben Clown-Gesicht, mit dem Alex mich sonst immer nach meiner Skillung fragt. Ich appelliere an ihre moralische Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, ernte aber nur Gelächter.
Hinter mir liegen fünf Tage Achterbahnfahrt. 120 Stunden des Auf und Abs, Tränen der Freude und des Leids, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt – und wieder zurück. Nein, ich rede nicht über die aufregenden Spiele der WM: InnoGames bringt ein neues Spiel raus und im Büro hatten wie dir Ehre, Alphatester zu sein. Die Rede ist von WestWars, einem Social Game, das über Facebook läuft. Das Setting entspricht unserem Browsergame The West, Spielidee und -konzept sind jedoch komplett anders. Aber lest selbst über den ganz alltäglichen Wahnsinn als Alphatester. Ab sofort gibts jeden Tag ein, zwei Postings, die euch in die Welt unseres neuen Spiels führen.
Freitagmorgen: Es ist soweit Eike, Erfinder und Entwickler von WestWars, schaltet unserem Büro die Accounts frei. Unser Büro, heißt in dem Fall Katja, die neben mir sitzt, sowie Alex und Bennet die mir gegenüber sitzen. Eike fängt bei mir an und gibt mir damit etwa zweieinhalb Minuten Vorsprung vor meinen Mitstreitern – eine Tatsache, die mir in den kommenden acht Tagen noch öfter vorgehalten wird. Ich erwarte zunächst eine Einführung von Eike, aber nichts dergleichen kommt. Er stellt sich hinter mich und wartet stumm auf meine ersten Klicks. Ok, dann leg ich mal los.
Ich starte auf einer Farm im East Coast Village und muss mir erstmal mit Stall ausmisten und Krähen vertreiben die ersten Sporen verdienen. Das geht zum Glück sehr, sehr schnell. Schwuppdiwupp level ich zum ersten Mal und darf meinem Charakter Stärkepunkte verteilen. Ich schaue Eike fragend an, doch der starrt stumm zurück. Im Level-Menü steht hinter Energie-Punkten „empfohlen“. Ich wittere eine Falle und verteile meine freien Punkte auf Stärke. Eike zeigt das erste Mal eine Regung, fängt an zu lachen, schüttelt den Kopf und lacht dann wieder. Dann macht er sich Notizen. Uppppsss, das war wohl ein Fehler…
Am Sonntag hat InnoGames sich auf gänzlich unbekanntes Parkett begeben und beim Drachenbootrennen für Staunen und Entsetzen gesorgt. Knapp 30 Unternehmen aus Harburg und Umgebung haben sich im Harburger Hafen gegenseitig die Paddel gegeben und strebten beim 2. Veritas Cup nach Ruhm und Ehre. Drachenboot, was ist das denn? Tja, haben wir uns vor ein paar Wochen auch gefragt…. Drachenboote haben in der Regel 20 Plätze auf 10 Bänken verteilt, jeder paddelt immer nur auf einer Seite. Kentern kann man kaum, dafür ist zumindest der jeweiligen Außenseite eine stetige Wasserdusche garantiert.
Wie das bei uns eben so ist, machen wir keine halben Sachen und haben deshalb schon Wochen vorher hart trainiert – also zumindest fühlte sich das ganze für unsere ungeübten Paddel-Schultern hart an. Frank Pfeifer, immerhin Trainer der deutschen Drachenboot-Nationalmannschaft, gab sich redlich Mühe, uns die Technik einzuschärfen („Paddel senkrecht ins Wasser, bis Mitte Oberschenkel durchziehen!“) und gab uns auch eine taktische Marschroute für den Start auf den Weg: „Drei Lange, 10 Schnelle und danach dann Streckenschlag.“ Zu guter Letzt bewies er sich auch noch als Meister der Motivationskünste und behauptete steif und fest, wir wären eine Bestzeit mit dem Trainingsboot gefahren. Vielen Dank für alles, Frank, auch für diese charmante, aber unschwer zu durchschauende Lüge!
Gestern war es dann also soweit. Hochmotiviert standen tatsächlich die allermeisten unserer Paddler bereits um 9.30 Uhr pünktlich auf der Matte, Startschuss war um 10 Uhr. In der Tradition deutscher Nationalmannschaften kamen wir allerdings nur recht schwer ins Spiel, äh, ich meine ins Paddeln. Nach deutlichem Rückstand am Start schafften wir es zum Glück gerade noch so auf Platz 2 des ersten Vorlaufs. Das bedeutete Hoffnungslauf. Das war unsere große Chance, denn Hoffnung und InnoGames sind ja praktisch Synonyme – zumindest farbtechnisch. Wir wechselten 4 Paddler aus und starteten das Rotationsprinzip. Der Hoffnungslauf entwickelte sich dann zum spannendsten Rennen des gesamten Tages. Nur der Erstplatzierte sollte schließlich sicher die nächste Runde erreichen. Die drei Boote lagen das gesamte Rennen gleichauf, mit bloßem Auge war keine Messerspitze Wasserunterschied zu erkennen – das Zielfoto musste ausgewertet werden. Das zog sich allerdings etwas hin. Die Fachfrauen und -männer vom Drachenboot Verein Schwerin taten dabei das Ihrige, um die Spannung zu steigern. „And the winner is….alter Schwede ist das knapp, echt kaum zu erkennen“, es folgte eine 10-sekündige Kunstpause, und dann, „die Gewinner machen Internetspiele und kommen aus Harburg“. Unter den Schlachtenbummlern in den grünen Shirts brandete Jubel auf, wir hatten uns um 11 Sekunden gegenüber des Vorlaufs verbessert!
Der Tag war natürlich gerettet und wir lagen gefühlsmäßig auf Augenhöhe mit dem Deutschland-Achter obwohl wir gerade erst die Zwischenläufe erreicht hatten. Mindestens Platz 15 war gesichert!
Im Zwischenlauf wechselte dann unsere Steuerfrau – ihre recht professionelle Einstiegsfrage: „Welchen schlag fahrt ihr denn?“, konnten wir leider nur mit einem verdutzen Achselzucken quittieren. Es folgte die bitterste Stunde in der InnoGames Drachenboot Historie: Auf letzten Metern des Zwischenlaufs verspielten wir den bereits sicher geglaubten Platz 2 und mussten somit in das Finale um Platz 13-15.
Dort liefen wir dann dank einer wiederholten Frischzellenkur – des Einsatzes zweier noch unverbrauchter Mitarbeiter – nochmal zur Höchstleistung auf und gewannen den Lauf. Am Ende sprang also mit Position 13 ein Platz im gesicherten Mittelfeld heraus. Und das in einem Teilnehmerfeld, das mit alten Drachenboothasen nur so gespickt war.
Für uns steht heut schon fest: Drachenboot 2011 – InnoGames ist dabei!
Jetzt ist es offiziell: InnoGames hat sich zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte für externe Gesellschafter geöffnet. Der britische Investor Fidelity Growth Partners Europe (FGPE) hat bei uns eine Minderheitsbeteiligung erworben.
Warum gerade FGPE? Nun, FGPE hat sich seit Jahren darauf spezialisiert, recht junge Unternehmen aus der IT-Branche zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, neue Märkte zu erschließen. Dadurch verfügen sie natürlich auch über ausgezeichnete Kontakte, besonders in Großbritannien und Nordamerika. FGPE sieht – genau wie wir – das ganze als eine strategische Partnerschaft und nicht als ein kurzfristiges Investment. Der Fokus liegt dabei, wie der Unternehmensname unserer Investoren schon sagt, auf Wachstum, nicht auf Kostenoptimierung.
Wir werden also mit und durch die Unterstützung unserer neuen Partner das InnoGames-Wachstum noch weiter beschleunigen. Das bezieht sich sowohl auf die Zahl der Spiele, die wir in den kommenden Monaten und Jahren herausbringen, als auch auf die Zahl unserer Mitarbeiter. Bis Sommer 2011 wollen wir, wenn alles gut läuft, 100 zusätzliche Stellen geschaffen haben. Dabei werden wir alle geben, um den InnoGames-Spirit auch mit einer etwas größeren Mitarbeiterschaft zu halten und weiterhin viel Spaß zu haben – bislang hat das ja ganz gut geklappt.
Falls ihr also noch nach einem spannenden Job in der Online-Games Branche sucht, schaut doch in den kommenden Wochen öfter mal auf die Stellenanzeigen auf unserer Homepage.
Seit heute gibt es auf unserer Homepage sowie auf youtube ein neues Image-Video von InnoGames zu bewundern. In dem 3-Minuten Trailer stellen wir uns potenziellen Mitarbeitern als Arbeitgeber vor. Dank der tollen Arbeit von unserem Regisseur Florian Neumeister ist unserer Meinung nach ein echt toller Film daraus geworden – man sieht uns unsere Leiden vor der Kamera kaum an.
Neben den schauspielerischen Herausforderungen war es vor allem die enorme Hitze, die uns während der Dreharbeiten auf eine harte Probe stellte. Wir hatten uns mit großer Treffsicherheit einen der heißesten Tage des Jahres ausgesucht – es waren knappe 30 Grad im gar nicht so kühlen Norden. Das war allerdings noch gar nichts gegen die Innentemperaturen. Wegen unseres notorischen Platzproblems fanden die Einzelinterviews in einem Raum von etwa 10 Quadratmeter statt. Dank zweier Spotlights schafften wir es schnell, die gefühlte Temperatur auf die Höher einer durchschnittlichen finnischen Dampfsaune zu pushen. So fühlt sich also Lampenfieber an…
Nun ja, auch wenn sich unsere Klamotten danach wie die von Sponge Bob anfühlten, haben wir es am Ende glaube ich ganz gut über die Bühne gebracht. Besonders die Schnitttechnik von Florian, den wir als Regisseur derlei Filme gerne weiterempfehlen, war genau so, wie wir uns das gewünscht haben. Der Film gibt in jedem Fall einen sehr guten Eindruck über die Stimmung in unserem Büro. Wir hoffen, er macht vielen motivierten Leuten Lust, sich bei uns zu bewerben.