Brutal, hinterhältig, fiese und gemein. Anders kann ich die Abscheu vor dem Verhalten meiner Kollegen gar nicht ausdrücken. Ich hatte mein sorgsam zusammengestelltes Quest-Item-Set angelegt fröhnte meiner friedlichen Arbeit als Taschendieb in der Stadt, als ich auf einmal hinterrücks von Bennett attackiert werde. Natürlich ballert er mich über den Haufen – und jetzt grinst er mit demselben Clown-Gesicht, mit dem Alex mich sonst immer nach meiner Skillung fragt. Ich appelliere an ihre moralische Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, ernte aber nur Gelächter.
«Artikel für diesen Tag Browsergame»
Wer schön sein will, muss leiden. Wer öffentlich sein will, manchmal auch – das haben wir jedenfalls bei einem Foto-Shooting für die rumänische Ausgabe des Forbes Magazins herausgefunden. Während des Browsergames Forums haben wir uns mit einer Redakteurin und einem Fotografen samt professioneller Studiotechnik getroffen, beide waren extra für uns aus Bukarest angereist. Elena Stanescu, ist begeisterte Stämme Spielerin und hatte schon lange geplant, unsere Unternehmensgeschichte im Forbes Magazin vorzustellen. Das etwa zweistündige Interview mit ihr gestaltete sich dann auch sehr angenehm, obwohl wir uns zu fast nachtschlafender Zeit um 23 Uhr getroffen haben. Beim Shooting am folgenden Tag merkten wir dann allerdings, was einen perfektionistisch veranlagten Profifotografen so alles auszeichnet. Es waren nur drei verschiedene Positionen, die wir für die Bilder einnehmen mussten, diese jedoch jeweils für mindestens eine Stunde. Und eine Stunde ein imaginäres Schwert in die Luft zu halten, kann ganz schön anstrengend sein, haben wir festgestellt…

Getröstet hat uns dabei, dass auch Fotograf Sorin Stana einiges an Sportlichkeit aufbieten musste, um den perfekten Abschusswinkel zu finden – in den meisten Fällen lag der etwa 3,5 cm über der Grasnarbe beziehungsweise dem Teppichboden. Nach drei Stunden und gefühlt 22.000 Blitzlichtern hatten wir es dann geschafft: Sorin war glücklich, also waren wir es auch. Und trotz – oder gerade wegen – dieser Anstrengung hat uns Sorin von seiner Professionalität und fotohandwerklichen Klasse absolut überzeugt.
Sorins Arbeit und unser Durchhaltevermögen haben sich wohl auch gelohnt. Immerhin sechs Seiten widmet die aktuelle Forbes Ausgabe unserer Firma. Wer von euch des Rumänischen mächtig ist oder einfach gerne viele bunte Bilder sieht, kann sich den Artikel als PDF-Version über unserer Homepage herunterladen. Viel Spaß beim blättern – oder scrollen!
Sep
25
2009
|
In den letzten Wochen und Monaten gab es bei uns im Hamburger Büro fast nur noch ein Thema: Der öffentliche Start unseres neuen Spiels Grepolis. Am 22. September war es dann soweit: Zeus, Athene, Poseidon und Hera hießen 1.000 Spieler auf einer Betawelt in der griechischen Antike willkommen.
Gerätselt hatten wir im Vorhinein unter anderem, wie lange es dauern würde, bis die 1.000 Plätze vergeben sein würden. Eine Woche, zwei Tage oder gar nur ein paar Stunden? Pusteblume: Ganze 176 Minuten waren es am Ende, bis alle 1.000 Plätze vergeben waren – und das von morgens um sechs bis kurz vor neun Uhr. Wow!
Nach dem in den ersten paar Stunden die Performance der Seite doch etwas litt, erholten sich die Server dank einiger schneller Fixes bereits am ersten Tag wieder. Seit Dienstagnachmittag ist das Spiel seitdem flüssig spielbar.
Mehr noch, als auf die Anmeldequote, waren wir aber natürlich auf die Rückmeldungen zum Spiel gespannt. Grepolis ist unser bislang aufwändigstes Spiel und wir waren intern alle bereits sehr begeistert von dem Game. Aber was hilft das, wenn es nicht den Geschmack der Spieler treffen sollte? Ein klein wenig Ungewissheit blieb also noch. Was dann im Forum für Feedback kam, hat uns glatt die Schuhe ausgezogen. Von der ersten Minute an wurden unsere Grafiker mit Lob überschüttet. Die kleinen Animationen im Stadtleben des alten Griechenlands begeisterten unsere User. So etwas habe man bei Browsergames bislang nicht gesehen, war die fast einhellige Meinung unserer Testspieler. Juchuuuu!

Neben der Grafik stießen insbesondere das Tutorial und das Ausbaumenü in den Senatsgebäuden auf sehr positive Resonanz. Wir hoffen jetzt natürlich, dass auch die Langzeitmotivation und unsere Kampfengine ein ähnliches Echo erzeugen werden, die lässt sich natürlich erst in ein paar Tagen beziehungsweise Wochen sagen.
Da Grepolis aus unserer Sicht überaus erfolgreich gestartet ist, gab es heute Mittag eine passende Stärkung: Gyros für alle hieß das Motto, mit dem wir die ersten drei „Grepo-Tage“ gefeiert haben. Tsatsiki und Zwiebeln gehören da selbstverständlich dazu – ein herrlicher Duft liegt in der Luft. Außenstehenden raten wir deshalb in den kommenden Stunden dringend von einem Überraschungsbesuch bei uns ab…

Aug
18
2009
|
Seit heute ist es öffentlich: InnoGames bringt ein neues Spiel heraus. Grepolis ist sein Name und führt den Spieler in die griechische Antike – mythische Götterwelt natürlich inklusive! Im September startet die öffentliche Beta-Version, bei der 1.000 Mitspieler Bugs finden, das Game Balancing austesten und hoffentlich viel Feedback geben werden. In unserem Hamburger Büro haben wir in der letzten Woche das ganze schon einmal durchgespielt: Quasi als Gamma-Tester zockten wir die aktuelle Version von Grepolis in 100-facher Geschwindigkeit. Ein atemberaubender Ritt auf Pegasus‘ und Mantikors kam dabei heraus.
Freitag, 7. August, 12:00: In unserer Teamrunde kündigt unser „Grepo-Team“ für 14:00 den Beginn der Büro-Betaversion als Speedrunde an.
14:00 Uhr: Es geht los. In unserem 4-Personen-Büro ist es still. Das ist ungewöhnlich, sehr sogar. Fieberhaft bauen wir Holzfällergebäude auf Tempelstufe auf Akademielevel. Jeder will der erste sein, der sich einen griechischen Gott aussuchen kann. Und welche Polis kann die ersten Hopliten bauen? Jede Sekunde zählt, die Kommunikation ist erst einmal auf das Nötigste beschränkt. Meine Stadt, Alandopolis, wächst und gedeiht in Windeseile. Vollkommen skrupellos beute ich die wehrlosen Bauerndörfer auf meiner Insel aus und zapfe ihre Rohstoffe an.
15:00: Der erste Rückschlag. Die wehrlosen Bauerndörfer wehren sich. Ihre Zustimmung zu meiner Polis ist gesunken und sie töten meine Truppen, als ich nach Rohstoffen verlange. Für mehrere Minuten bin ich praktisch machtlos, in einer Speedrunde kann das bereits mein Ende sein. Nichts geschieht und ich sehe erleichtert, dass ich bereits wieder 40 Schwertkämpfer in meiner Kaserne habe. Das Schlimmste ist überstanden.
16:00: Unser Büro hat eine Allianz gegründet: Die Rächer mit’m Becher. Wir schauen uns den großen Vorsprung an und halten uns 15 Minuten lang für unschlagbar. Dann kommt Hektor. Hektor ist eigentlich Eike, einer der InnoGames-Gründer und Chef-Grafiker. Hektor hat angegriffen. Der nette Mensch, der sich „fieses Arschloch“ nennt und an meinem Schreibtisch gegenüber sitzt, musste kräftig bluten. Gab es die Vendetta auch im alten Athen? Keine Ahnung, aber du wirst bluten Hektor, das ist ein Versprechen der Rächer mit’m Becher!
17:00: Wir haben nun eine schlagkräftige Flotte aufgestellt und planen die Attacke auf Hektor. Insgesamt 500 Schleuderer, eine starke Offensiveinheit, fahren wir auf. Der Countdown zum Angriffsbeginn läuft. Wir ersuchen Zeus um Hilfe, der unsere Schiffen mit günstigen Winden versorgen kann und sind uns sicher: Der Sieg gehört uns!
17:15: Wie kann das sein? Hektors Flotte haben wir zerstört, aber an seinen Landeinheiten sind wir gnadenlos gescheitert. 500 Schleuderer sind Geschichte und zwar keine ruhmreiche. Hektor benennt sich um und heißt nun „Wall 8“. Ok, Lektion gelernt: Die Stadtmauer ist ziemlich wirkungsvoll in der Defensive…
18:00: Keiner will nach Hause. Noch eben die 30 Reiter bauen, nur kurz abwarten, bis der Speicher erweitert werden kann… Ich rieche wieder Lunte, denn ich habe ein Erfolgserlebnis. In Alandopolis wird das erste Grepolis-Stadtfest der Weltgeschichte gefeiert. Mit dem Fest erhöhe ich meinen Kulturwert und habe somit eine wichtige Voraussetzung geschaffen um gegnerische Städte. Nur wenige Minuten später erhöhen unsere Spieleentwickler die Rohstoffkosten für ein Stadtfest um 100 Prozent. Mein Grinsen wird breiter.
23:00: Die Nacht durchspielen will ich nicht. Aber ich habe Angst um meine Stadt. Wie im Rausch baue ich deshalb seit Stunden Hopliten und Bogenschützen um meine Defensive zu stärken. Meine Stadtmauer liegt bei 22. Ich fühle mich halbwegs sicher.
0:15: Ich kann nicht schlafen. Streitwagen, Zyklopen und Medusen schwirren mir im Kopf. Ich muss kurz nachschauen ob meine Stadt noch steht.
0:30: Alles ist gut. Anscheinend schlafen auch meine Kollegen. Kurz ist die Versuchung groß, ihre Schutzlosigkeit auszunutzen. Dann siegt die Vernunft.

Samstag, 8:30: „brain.exe hat einen göttlichen Blitz auf dich wirken lassen. Über der Stadt ziehen düstere Wolken auf, donnernd schlägt ein Blitz hernieder und hinterlässt nur noch ein beschädigtes Gebäude. Dein Marktplatz ist auf Level 7 gefallen.“ Soso, unser Azubi sucht Streit. Ich antworte, in dem ich Poseidon um ein Erdbeben bitte. Das war es dann erstmal mit seiner Stadtmauer…
Samstagnachmittag: Bundesliga oder Grepo? Ich beschließe meine Multi-Tasking-Fähigkeit auf die Probe zu stellen und sitze mit dem Laptop auf der Couch. In der Akademie kann ich die Übernahme erforschen. Gleichzeitig baue ich meinen Hafen auf Level 30 und das große Ziel ist erreicht: Endlich kann ich fremde Städte übernehmen, statt sie bloß um ihre Rohstoffe zu erleichtern.
Sonntag: Ich habe mein Eiland nicht mehr für mich alleine. In meinem Wahn, fremde Inseln zu erobern, habe ich meine Heimat außer Acht gelassen: Achilles hat sich auf meiner Insel breit gemacht. Und er ist bereits zu groß, um ihn klein zu halten. Nun gut, Konkurrenz belebt das Geschäft…
Montagvormittag: Achilles ist aufsässig und hat mir ein Erdbeben geschickt. Meine Stadtmauer hat gelitten, doch noch fühle ich mich sicher, denn ich liege in der Rangliste ja 5.000 Punkte vor ihm.
Montagnachmittag: Beim Zeus! Achilles hat meine Verteidigung überrannt und mich um sämtliche Vorräte beraubt. Ich hadere mit den Göttern und fühle mich grundsätzlich ungerecht behandelt. Ich war doch schließlich stärker! Bürokollege Mulla, alias Tim, hat eine ebenso bittere, wie einfache Weisheit für mich parat: „Punkte kämpfen eben nicht!“ Ich verfluche ihn dafür, dass er Recht hat.
Dienstag: Lerne aus deinen Fehlern, sagt Göttin Athene mir. Also rüste ich auf. Hopliten, Mantikore, Minotauren und Streitwagen. Dazu ein paar Triremen, Feuerschiffe und Brander. Ich fühle mich wieder stark, schließlich habe ich Zeus 24 Stunden rund um die Uhr gehuldigt und stehe bei ihm ganz hoch in der Gunst. Achilles, nimm dich in Acht! Ob ich mit zum Essen komme, liebe Kollegen? Doch nicht jetzt!!!
Mittwoch: Ich habe es geschafft. Achilles‘ Stadt gehört mir und wird prompt in Korinth umbenannt. Jetzt kann ich mit meinen Göttern noch besser taktieren. In Alandopolis huldige ich dem angriffslustigen Zeus, in Korinth gelten meine Gebete der Schutz bietenden Athene. Mein Expansionsdrang kennt kaum Grenzen.

Donnerstag: Ich fühle mich unaufhaltbar und erobere Sparta und Antioch. Jetzt werden dort Poseidon und Hera gepreist. Ich kann gleichzeitig mit Poseidon ein Erdbeben auf meine Feinde schicken und meine eigenen Städte mit Athenes Schutzgeist sichern. Platz 2 in der Bürorangliste ist die Folge und bis zur Spitze ist es nicht mehr weit.
Freitag: Metöken! Barbaren!! Alles haben sie mir genommen, die fiesen Pixelschubser. Diese Allianz der Unheiligen aus unserer Grafikabteilung hat sich gegen mich verschworen und eine Stadt nach der anderen überrannt. Aber ich werde mich rächen. Die Büro-Beta geht zwar zu Ende, aber die öffentliche Beta steht vor der Tür. Und dann werde ich mir Unterstützung sichern und den Pixelschubsern das Fürchten lernen. Seid ihr mit dabei?

